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Haus Gunter Stuttgart

Stuttgarts Topografie ist durch seine Kessellage geprägt: An den die City umgebenden Hängen befinden sich die bevorzugten Wohnlagen, während der dicht bebaute »Boden« die eigentliche Innenstadt aufnimmt. Es versteht sich von selbst, dass Grundstücke in Aussichtslagen sehr teuer sind. In der Folge werden sie immer kleiner und dichter bebaut. Entsprechend ließ das Baufeld pro Haushälfte eine Innenbreite von nicht einmal 4 Metern zu. Zudem hatten wir es bei dem Grundstück mit sehr restriktiven Auflagen zu tun, weshalb die Genehmigungsphase mit zahlreichen Änderungen zwei Jahre dauerte.

Eine konsequente Schichtung von Vorplatz, einem garagenähnlichen Zwischenbau, dem geschlossenen privaten Innenhof, dem eigentlichen Gebäude mit Südhof und einem kleinen Garten kennzeichnet die präzise Ordnung auf dem Grundstück. Das innere Konzept beruht auf einem Splitlevel-System: Die Treppen und Nassräume befinden sich in der Grundrissmitte, daneben liegen jeweils gleich große Raumeinheiten. Kleine Lufträume verbinden die drei unteren Ebenen, wodurch das Volumen größer erscheint als es tatsächlich ist. Beide Hausteile unterscheiden sich im Innenausbau: Während in der einen Hälfte hauptsächlich Holzoberflächen den Charakter bestimmen, zeichnet sich die andere Seite durch weiß lackierte Oberflächen aus. Die Decken und die Trennwand zum Nachbarn, allesamt aus Stahlbeton, sind unbehandelt.

Die Dachform ergab sich aus den baugesetzlichen Vorgaben für die Traufhöhe. Sie musste sehr viel tiefer liegen als der First, was durch die abgerundete Linienführung erreicht werden konnte. Die gesamte Außenhaut besteht aus einer Kupferverkleidung.

Bauherren:
Arno Lederer und Jórunn Ragnarsdóttir, Karlsruhe
Marc Oei und Dagmar Feuerstein, Stuttgart

Architekten:
Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart

Mitarbeit:
Stefanie Lempart

Tragwerksplanung:
IB Yaman Basli, Leonberg

Bauzeit:
2001 – 2002

Standort:
Gunterstraße, 70191 Stuttgart

Publikationen

Lederer, Arno / Ragnarsdóttir, Jórunn / Oei, Marc (Hg.):
Lederer Ragnarsdóttir Oei 1
Jovis Verlag Berlin 2012

Stuttgarter Nachrichten
17.04.2009

Falk Jaeger (Hg.):
Lederer+Ragnarsdóttir+Oei
Berlin 2008

diseño interior
173 | 2006

Katharina Heider (Hg.):
Doppelhäuser und Reihenhäuser
München 2006

L’architecture d’aujourd’hui
357 | 2005

Adato
3 | 2005

Interior Digest
Moskau, 10 | 2004

Häuser
2 | 2004

Markus Brodbeck, Darius Ramazani (Hg.):
40 Räume.
Ludwigsburg 2004

100 Häuser für 100 europäische Architekten
Köln 2004

Architecture Today
143 | 2003

Stuttgarter Nachrichten
20.12.2003

Deutsche Bauzeitung
9 | 2003

Fotos

Zooey Braun, Stuttgart
Roland Halbe, Stuttgart