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Haus B. Stuttgart

Vorgeschrieben war ein Gebäude mit einem Satteldach. Und obwohl der Nachbar generell auf eine Einhaltung der Bauvorschriften pochte, stimmte er dem Flachdach schließlich zu, weil er dadurch sein Grundstück weniger verschattet sah.

Zusätzlich zu den Wohn- und Schlafräumen für sich und ihr Kind wünschten sich die Eigentümer eine Einzimmerwohnung auf Erdgeschossniveau. Diese sollte zu einem späteren Zeitpunkt von der Großmutter bezogen werden können. Der Zugang zu dieser Einliegerwohnung erfolgt über einen eigenen, durch eine Mauer abgetrennten Hof. Da der Grundriss des Hauses wegen dieser zusätzlichen Wohnung im Erdgeschoss zweigeteilt werden musste, legten wir Wohn-, Essraum und Küche eine Etage tiefer. So konnte die gesamte Breite des Gebäudes ausgenutzt werden. Das leicht geneigte Gelände kam dieser Überlegung zugute: Der Zugang von Norden befindet sich auf der mittleren Ebene und der Garten ist nun – nach leichter Modulierung des Geländes – vom Wohnbereich aus direkt zugänglich.

Beim Betreten des Hauses befindet man sich auf einer Galerie, die den Blick auf das tiefer liegende Wohnzimmer freigibt. Sie führt bis zur Südseite des doppelgeschossigen Raums. In der Gegenrichtung erreicht man über eine einläufige Treppe die nach Süden orientierten Schlafräume, denen eine Dachterrasse vorgelagert ist. Die Treppe ist wie ein Möbel entworfen: Die Stufen gehen in ein seitliches Regal über, das die Bibliothek der Familie aufnimmt.

Inzwischen wurde der Eingangsbereich der Einliegerwohnung durch den Anbau eines Wintergartens entstellt. Die übrigen Seiten des weiß verputzten Gebäudes befinden sich noch im Ursprungszustand.

Bauherr:
Privat

Architekten:
Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten, Stuttgart

Bauzeit:
1992

Standort:
Stuttgart

Veröffentlichungen

Deutsche Bauzeitung
7  |  1994

Wolfgang Bachmann (Hg.), Haila Ochs (Texte):
Lederer Ragnarsdóttir Oei.
München 1995

Falk Jaeger (Hg.):
Lederer + Ragnarsdóttir + Oei.
Berlin 2008

Lederer, Arno / Ragnarsdóttir, Jórunn / Oei, Marc (Hg.):
Lederer   Ragnarsdóttir  Oei 1.
Jovis Verlag Berlin 2012

Fotos

Roland Halbe
Arno Lederer