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Ortsvermittlungsstelle Stuttgart

Zwischen einer Bahnlinie und einem anonymen Wohnquartier der fünfziger Jahre befindet sich die Ortsvermittlungsstelle der ehemaligen Telefonabteilung der Post. Unsere Aufgabe bestand in der Planung einer Erweiterung, die die bestehende Einrichtung mit unterstützenden Anlagen für die Haustechnik versorgt. Wir haben es hier mit einem Gebäude zu tun, das nur zu Zwecken der Inspektion von Menschen besucht wird.

Die Bauherrschaft stellte uns frei, das vorhandene Gebäude aufzustocken oder entsprechend zu verlängern. Da das Bauwerk von der Bahnlinie und dem anschließenden Gelände aus sehr gut einzusehen ist, entschieden wir uns – unter Einhaltung des vorgegebenen Budgets –, das Problem durch einen eigenständigen Neubau zu lösen. Einem Beiwagen gleich rückten wir das neue Haus mit knappem Abstand an den bestehenden Typenbau heran. Lediglich durch die Lüftungsrohre unter dem Dach sind beide miteinander verbunden.

Im Inneren befinden sich zwei getrennte Einrichtungen: im Erdgeschoss ein Stromaggregat und auf der oberen Etage eine Lüftungsanlage. Letztere benötigt keine feste Umfassung, weswegen die Wände wie ein Lattenverschlag ausgebildet sind. Eine einläufige Treppe, in der Mittelachse vor das Haus gestellt, erschließt diesen Gebäudeteil. Wegen der Lärmimmission des Stromaggregats sind die Wände im Erdgeschoss aus Stahlbeton. Die Dachkonstruktion ruht auf vorgesetzten, vom Erdgeschoss unabhängigen Stahlstützen.

Bauherr:
Deutsche Bundespost

Architekten:
Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten, Stuttgart
mit Peter Haas

Bauzeit:
1988 – 1990

Standort:
Böckinger Straße 31, 70437 Stuttgart-Freiberg

Auszeichnungen

Auszeichnung guter Bauten BDA, 1990
Bund Deutscher Architekten

Architekturpreis Beton, 1985

Veröffentlichungen

Lederer, Arno / Ragnarsdóttir, Jórunn / Oei, Marc (Hg.):
Lederer   Ragnarsdóttir  Oei 1.
Jovis Verlag Berlin 2012

Falk Jaeger (Hg.):
Lederer + Ragnarsdóttir + Oei.
Berlin 2008

Wolfgang Bachmann (Hg.), Haila Ochs (Texte):
Lederer Ragnarsdóttir Oei.
München 1995

Gerhard G. Feldmeyer:
Die Neue Deutsche Architektur.
Stuttgart 1993

Baumeister
5 | 1990